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Die Regression ist die dritte und abschließende Phase im Integrationsprozess. Das oft kleinkindhafte Verhalten in dieser Phase spiegelt das Bedürfnis nach Zuwendung, körperlicher Nähe und Versorgung wieder, wie es typischerweise in den ersten Lebensjahren spürbar ist.

Hat ein Kind die erlittene Misshandlung verarbeitet, so kann es in dieser Weise die nicht erlebte Befriedigung seiner existentiellen und primären Bedürfnisse nachholen. Die Verarbeitung der überwältigenden Erfahrungen schafft das notwendige Vertrauen in Beziehungen. Da das Kind seine Elternbeziehungen einst als überwältigende Abhängigkeitsbeziehungen erleben musste, ist der Schritt, sich erneut in einer Elternbeziehung auf das Niveau eines bedürftigen und in jeder Weise abhängigen Kindes einzulassen, hochgradig angstbesetzt. Gleichzeitig ist diese Erfahrung jedoch eine wesentliche Voraussetzung für eine gelingende Persönlichkeitsentwicklung. Das Kind baut Vertrauen auf in sich selbst und seine Beziehungen, es erlebt sich in seinen Bedürfnissen befriedigt und kann aus diesem Erleben heraus wichtige persönliche Kompetenzen, wie z. B. den Aufbau von Frustrationstoleranz, entwickeln.

Im Rahmen der Integration werden die Phasen nacheinander durchlaufen, wiewohl in den Übergängen Rückschritte oder auch insbesondere in der Pubertät nochmals z. B. verarbeitende Prozesse anstehen können. Die Dauer der einzelnen Phasen und auch das Fortschreiten der Integration hängen von verschiedenen Faktoren ab, wobei das Verhalten und die Beziehungsgestaltung durch die Pflegeeltern einerseits und die fachlichen Rahmenbedingungen andererseits sicherlich maßgeblich Anteil an dem Gelingen der Integration haben.

Siehe Anpassungsphase, Übertragungsphase

Quelle: Marschner-2021

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